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Leine-Zeitung vom 10.05.2010

Leine-Zeitung vom 10.05.2010

Neue Durchblicke auf der Insel
Kunstkritiker Michael Stoeber lobt: Es gibt kaum einen interessanteren Zugang zur Kunst
VON CAROLA FABER

Steinhude. Über das Meer zur Kunst: Die Idee des Vereins Meerkunstraum ist genial. Das sagte außer den über 300 Ausstellungsbesuchern am Sonnabend auch Kunstkritiker Michael Stoeber.

 
„Ich habe schon viele Kunstmuseen auf der Welt gesehen. Aber es gibt kaum einen interessanteren Zugang als diesen“, lobte Stoeber die Erfindung der Kunstreihe in den Glashäusern. „Künstler einzuladen, um Gewächshäuser zu bespielen, das ist ein absolut demokratischer Zugang zur Kunst und bietet ideale Voraussetzungen für multimediale Annäherungen“, sagte er. Bei der sechsten Ausstellung auf dem Wilhelmstein präsentieren sieben Künstler in fünf Glashäusern bis Mitte Oktober ihre Installationen zum Thema Durchblicke.
Zahlreiche Augenpaare, die in der Mitte ihres Glashauses postiert sind, sehen dem Betrachter bei Inge-Rose Lippocks Arbeit direkt in das Gesicht. „Auf der Suche nach dem Schlüssel zum Durchblick fand ich viele Orte“, lautet der Titel. Die suchenden Blicke werden von Spiegeln, die auch die Umgebung abbilden, umgelenkt und ergeben neue Perspektiven.
Klaus Madlowski nennt seine Skulptur „Nucleus“. Wie überdimensional große Pollen wirken die Objekte aus Blumentöpfen und Pflanzkästen auf einer Unterkonstruktion aus Stahl. Provokant geben sich Almut und Hans J. Breuste mit ihrer künstlerischen Auseinandersetzung „Bakunin“. „Hier wird gleichzeitig auf die Täter- und Opferrolle aufmerksam gemacht“, sagte Stoeber.
„Melencolia III“ nennt Felix Pedersen seine Installation. Er stellt einen Bezug zu „Melencolia I“, Albrecht Dürers fast 500 Jahre alter geometrischer Offenbarung, dar. „Stock und Raum“ heißt das Werk von Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek: Teilweise bizarr geformtes, abgestorbenes Buchenholz haben die LandArt-Künstler zu einem Gesamtobjekt verarbeitet, das bei näherer Betrachtung filigrane Details erkennen lässt.
„Etwas von der Kraft mächtiger Buchen ist in diesem kleinen Glashaus versammelt. Gefangen im viel zu engen Raum, aber auch geschützt und gehegt wie in der Vitrine eines Raumes“, sagten die beiden.
„Es wird deutlich: Jeder Künstler, der bewusst arbeitet, arbeitet so detailliert wie ein guter Chirurg“, sagte Stoeber.
Schon vom Steinhuder Meer aus können die Besucher „Nucleus“ sehen, eine Installation von Klaus Madlowski. Faber

 

 
Impressionen