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Schaumburger Nachrichten vom 19.04.2011

Schaumburger Nachrichten vom 19.04.2011

Wer im Glashaus ausstellt

Ein Elefant im Glashaus, ein überfüllter Raum mit weißen Vögeln und weitere rätselhafte Gebilde sorgen auf dem Wilhelmstein für Aufsehen. Fünf Glashäuser rund um die Festung der Insel erlauben tiefe Einblicke in das Schaffen der Braunschweiger Künstlerin Sina Heffner.
 
Wirken die Glasgebilde auf den ersten Blick wie herkömmliche Gewächshäuser, gibt es bei näherem Hinsehen in jedem Haus eine neue Installation zu entdecken.





Von Kirsten Elschner
Steinhude. Die jährliche Ausstellungsreihe „Durch-Blicke – Kunst in Glashäusern“ ist eine Initiative des Vereins „Meerkunstraum“ in Steinhude. Erstmalig widmen sich die „Durch-Blicke“ in diesem Jahr nur einer einzigen Künstlerin. Die Installationen, die Heffner eigens für die Ausstellung erstellt hat, sind bereits in den fünf Glashäusern zu sehen.

Das Konzept der Kunst in Glashäusern stellte für die Braunschweiger Künstlerin eine spezielle Herausforderung dar. „Ich wollte die Glashäuser als Raum nutzen“, erklärt die Künstlerin. „Das Tiermotiv taucht dabei immer wieder auf.“ Bei ihren Skulpturen ginge es ihr um die Definition von Räumen, um das Verhältnis von innen und außen.

Die Kunstobjekte treten in einen Dialog mit der Umgebung und dem Einfall des Lichtes. So erlaubt ein Elefant aus Maschendrahtzaun den Blick auf das Steinhuder Meer oder aber auf die Festung des Wilhelmsteins – abhängig davon, auf welcher Seite des Glashauses sich der Betrachter aufhält. „Der Elefant löst sich in der Natur auf und verliert dadurch seine Massigkeit“, beschreibt Heffner. So erhält der Titel „Durch-Blicke“ eine weitere Dimension.

In einem anderen Glashaus findet sich ein ganzer Haufen von weißen Vögeln aus Papier, Lein und Draht, dicht gedrängt neben- und übereinander platziert. „Es ist ein völlig überfüllter Raum“, merkt Heffner an. Ein Guckraum mit mehr als 30 Vögeln und dem Titel „Voliere“, der geradezu einlädt, den Raum mit den Blicken zu erforschen.
Ein weiteres Gebilde erinnert an eine übergroße Krake, die ihre Greifarme nach allen Seiten ausstreckt, und dabei den kompletten Raum einnimmt. „Andocken“ lautet der Name dieser Installation.

Ganz einfach war der Aufbau der Werke nicht. Die fertigen Skulpturen mussten auseinandergebaut und über das Steinhuder Meer auf den Wilhelmstein geschifft werden. Dort warteten neue Herausforderungen, wie die Frage danach, wie man einen plastischen großen Elefanten durch die schmale Tür des Gewächshauses bekommt. Nach zwei Tagen tüfteln und bauen war es geschafft. Alle fünf Glashäuser sind mittlerweile vollständig bestückt.

Die offizielle Eröffnung ist für den 15. Mai um 12 Uhr geplant. Ab 11 Uhr stehen an den Strandterrassen Auswanderer für den Transfer zum Wilhelmstein bereit.

 

 
Impressionen