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Schaumburger Nachrichten vom 20.10.2013

Schaumburger Nachrichten vom 20.10.2013

Im nächsten Jahr werden Frauen die Glashäuser auf dem Wilhelmstein mit ihren künstlerischen Auseinandersetzungen bestücken.

 
Wunstorf. „Alle Künstlerinnen kommen aus Berlin oder dem Umkreis von Berlin“, sagt Dietmar Junghans vom Kunstverein Meerkunstraum Steinhude. Größte Gemeinsamkeit der Frauen sei das recycelte Material, das sie zum Bespielen der Glashäuser verwenden werden. Aus Plastik und Draht mit elektronischen Verbindungen entsteht unter dem Titel „Im Treibhaus - Schein und Wirklichkeit“ Spannendes, das ab 5. Mai 2014 auf der Insel zu sehen sein wird. Ebenfalls sicher ist ein Workshop mit Kerstin Vorwerk. Sie wird im Frühsommer wieder ein Wortfindungslabor anbieten. „Bei dem Kursus wird mit der Kraft und Qualität des Wortes gearbeitet. Die Sinne sollen spontan geöffnet werden und in dem Augenblick des Kunsterlebens die Worte kreieren“, erläutert die Hannoveranerin, die schon von den Ergebnissen des Workshops während der zweijährigen Dauerausstellung von Totalkünstler Timm Ulrichs überrascht war.

Am Sonntag wurden während der Finissage im Klubhaus die Impressionen dieses Kurses sowie Auszüge von der Kunst mit Kindern vorgestellt. Zuvor erläuterte Timm Ulrichs bei einem Rundgang ein letztes Mal seine Kreationen in den fragilen Häusern. Zum Glashausquintett gehört auch „Das splitternde Haus“. Wer sich dem fragilen Objekt nähert, hört das Geräusch zerberstender Scheiben.

Das splitternde Haus intensiviert die Gefühlserschütterung bis hin zum totalen Zusammenbruch. Nicht eine einzige Glasscheibe seiner vier Seiten und seines spitzwinkligen Daches scheint mehr intakt. „Im Glashaus“ verzeichnet die bisher stärksten Besucherzahlen. Mehr als 16 Kunstvereine kamen über das Steinhuder Meer zur Insel, um die Kunst zu erleben. „Bisher dachte ich, Steinhude sei mit seinen Fischbrötchen ein Hartz-IV-Paradies, aber als ich den Wilhelmstein 2011 zum ersten Mal besuchte, hat sich diese Einstellung sehr geändert“, sagte Timm Ulrichs, der zum Abschluss und zur Erinnerung an seine Ausstellung „Im Glashaus“ einen sieben Minuten langen Film präsentierte. „Ein Film ist sinnvoll, denn wenn die Erinnerungen verblassen, wird im Nachhinein alles schöner, das kennen Sie sicher aus Ihrem Liebesleben“, sagte er.

Carola Faber

 

 
Impressionen